Drei Wochen unterwegs – meine ehrlichen Erfahrungen vom Reisen mit kleinen Kindern
Vor der Abreise hatten wir viele Gedanken.
Wie werden die Flüge?
Wie schlafen die Kinder?
Wie funktioniert Alltag ohne Zuhause?
Abb.1: Wir vier beim Inlandsflug Vietnam
Jetzt, nach drei Wochen unterwegs, können wir sagen:
Es ist nicht immer leicht. Aber es ist erstaunlich stimmig.
Unsere Kinder sind 4,5 und 1,5 Jahre alt.
Und Reisen mit ihnen fühlt sich weniger nach Ausnahmezustand an, als nach einem ganz normalen Leben – nur an anderen Orten.
Abb. 2: Marie und Cari
Fliegen mit Kindern – Erwartungen loslassen
In den ersten drei Wochen hatten wir mehrere Flüge:
von Wien nach Bangkok, weiter nach Vietnam: Da Nang, Ho-Chi-Minh-Stadt und Nha Trang.
Was wir bewusst gemacht haben:
Kurzstreckenflüge mittags → Mittagsschlaf
Langstrecke nachts → Schlaf statt Entertainment
Was tatsächlich herausfordernd war, waren weniger die Flüge selbst, sondern die Wartezeiten am Flughafen. Früher dort sein, warten, Übergänge aushalten.
Was uns geholfen hat:
Nähe.
Keine übertriebenen Programme.
Und Snacks – immer.
Die Kinder haben die Flüge erstaunlich gut gemeistert. Nicht, weil wir alles perfekt vorbereitet hatten, sondern weil wir Erwartungen losgelassen haben.
Schlafen unterwegs – Rituale mitnehmen, nicht kopieren
Unsere Kinder schlafen immer bei uns im Familienbett.
Das war auch unterwegs unsere Basis.
Natürlich war nicht jede Nacht ruhig. In Bangkok war Cari einmal bis 3 Uhr früh wach. Jetlag hat kurz angeklopft.
Was geblieben ist, waren unsere Rituale.
Marie stillen.
Cari vorlesen.
Genau wie zu Hause. Und genau das hat ihnen Sicherheit gegeben.
Stillen & Essen – einfacher als gedacht
Ich stille Marie noch – und gerade auf Reisen ist das ein riesiger Vorteil.
Praktisch. Beruhigend. Und für ihre Gesundheit unglaublich wertvoll.
Beim Essen haben wir uns bewusst entschieden, nicht immer Pizza oder Pasta für die Kinder zu bestellen.
Wir essen gemeinsam – traditionell, lokal, die Kinder nicht scharf. Sie probieren alles, sind interessiert an den neuen Geschmäckern.
Unsere sicheren Basics:
gebratener Reis
Oreo-Kekse
Und wenn die Tage lang waren:
Abends Essen bestellen über Grab.
Entspannt. Ohne Stress.
Hotels & Alltag – was wirklich zählt
Wir wohnen aktuell in Hotels.
Wichtig für uns:
lange Frühstückszeiten
genügend Platz im Zimmer
Koffer bleiben meist zu, nichts wird ausgeräumt.
Luxus war zweitrangig. Alltagstauglichkeit war entscheidend.
Was sehr Überraschend war:
Ein paar Spielsachen und sogar das Tablet haben wir kein einziges Mal gebraucht.
Was stattdessen geholfen hat:
gemeinsam die Gegend erkunden.
Ankommen.
Rituale im Kleinen.
Alleine unterwegs – Vertrauen wächst
Ein prägender Moment für mich war, alleine mit beiden Kindern unterwegs zu sein –
in Bangkok genauso wie in den Städten in Vietnam, die wir bereist haben.
Neue Orte, fremde Wege, andere Schriftzeichen, eine andere Sprache –
und die meisten Menschen sprechen kaum Englisch.
Alles war neu.
Und trotzdem war da weniger Unsicherheit, als ich erwartet hätte.
Ich war mit den Kindern unterwegs, habe Essen besorgt, bin durch Malls, Straßen und neue Viertel gegangen . Wir haben unseren Alltag gelebt, nur an einem anderen Ort.
Diese Momente haben mir etwas Wichtiges gezeigt:
Ich traue mir heute viel mehr zu.
Ich habe alles in mir, um auch alleine, in einer fremden Umgebung, mit zwei kleinen Kindern zurechtzukommen.
Diese Reise zeigt mir nicht nur neue Länder – sondern schenkt mir vor allem ein tiefes Vertrauen in mich selbst.
Abb. 3: Die Kinder und ich in einem Künstlerviertel in Bangkok
Zwischen Einsamkeit & Offenheit
Nicht alles ist leicht.
Christoph arbeitet unterwegs on remote – so wie zu Hause auch.
Ich bin oft alleine mit den Kindern.
Manchmal fühlt sich das einsam an.
Und gleichzeitig erleben wir hier eine unglaubliche Offenheit.
Kinder sind überall willkommen.
Fremde lachen, sprechen sie an, machen Späße.
Diese Selbstverständlichkeit und Art von Verbindung berührt mich sehr.
Woran mich diese Reise erinnert
Diese Reise hat mich daran erinnert, dass das Leben jetzt stattfindet.
Nicht später.
Nicht, wenn alles perfekt ist.
Man steht immer genau am richtigen Punkt.
Zur richtigen Zeit. Mit genau den Erfahrungen, die gerade dran sind.
Oder wie ein Satz, der mich begleitet:
Vertraue dem Universum. Du bist geführt.
Alles geschieht immer für dich.
Abb. 4: Ein besonderer Moment über den Dächern Bangkoks
Und was das mit SoMama zu tun hat
Reisen mit Kindern zeigt sehr klar, worum es im Elterndasein wirklich geht.
Nicht um perfekte Abläufe.
Nicht um äußere Einflüsse.
Sondern um:
Vertrauen
Verbindung
eine stabile Basis in der Partnerschaft
Elternsein darf leicht sein.
Kindsein auch.
Man braucht ein bisschen Planung, viel Vertrauen und den Mut, loszugehen.
Der „richtige Zeitpunkt“ kommt selten.
Das Leben passiert, wenn man sich traut, es zu leben.