DER ANFANG EINER REISE: Nach außen und nach innen

Vor genau einem Jahr hat mich meine Tante etwas gefragt, das leise war – und trotzdem alles verändert hat. Sie sagte: „Welches Leben willst du eigentlich leben?“

Abb.1: Meine Tante Julia und ich

Es war keine große Diskussion. Kein Coaching-Gespräch.
Nur ein Satz, der geblieben ist.

Zum ersten Mal habe ich diese Frage nicht weitergeschoben.
Ich habe sie nicht mit „eh gut so“ beantwortet oder mit Vernunftargumenten beruhigt.
Ich habe wirklich hingehört.

Was macht mich glücklich?
Nicht kurzfristig. Nicht auf Fotos.
Sondern tief. Ehrlich. Langfristig.

Damals hätte ich mir nicht vorstellen können, wohin diese Frage uns führen würde.
Ganz sicher nicht dahin, unser geliebtes Zuhause aufzugeben.
Nicht dahin, Möbel einzulagern, Abschiede zu machen, neu anzufangen.

Und doch hat genau dort alles begonnen.

Abb.2: Mein Mann Christoph und ich

Von einer Idee, die wachsen durfte

Mein Partner Christoph und ich haben immer wieder darüber gesprochen, wie frei wir eigentlich arbeiten.
Beide online. Ortsunabhängig.
Und irgendwann war da dieser Gedanke:
Was wäre, wenn wir den Sommer einfach woanders verbringen?
Ein oder zwei Monate in Italien vielleicht.
Langsamer leben. Mehr draußen sein. Weniger müssen.

Ich selbst bin als Kind kaum gereist.
Ich habe wenig von der Welt gesehen.
Und je älter ich wurde, desto deutlicher habe ich gespürt, dass da eine Sehnsucht ist-
nicht nach Flucht, sondern nach Weite.
Nach Perspektive.
Nach Erfahrungen, die man nicht planen kann.

Aus einer Idee wurde ein Gespräch.
Aus Gesprächen wurden Abende voller „Was wäre, wenn …?“
Und irgendwann – im Jänner 2025 – wurde aus all dem ein klarer Entschluss.

Wir machen das.
Nicht irgendwann.
Nicht „wenn es passt“.
Sondern jetzt.

Weltreise mit Kindern – bewusst, nicht leichtfertig

Eine Weltreise mit zwei kleinen Kindern ist kein spontaner Traum.
Sie ist keine romantische Laune.
Sie ist vor allem eines: eine bewusste Entscheidung.

Wir haben geplant. Viel.
Routen, Länder, Visa.
Gesundheit, Versicherungen, Medikamente.
Arbeit, Alltag unterwegs, Hundeversorgung während unserer Reise.

Wir haben unser Haus ausgeräumt.
Möbel eingelagert.
Unser Leben auf das reduziert, was wirklich mit darf.
Und für die Zeit bis zur Abreise sind wir bei Familie untergekommen –
nicht aus Not, sondern aus Übergang.

Diese Phase war vielleicht die herausforderndste.
Nicht mehr „zu Hause“.
Noch nicht unterwegs.
Ein Dazwischen, das leise ist und manchmal schwer auszuhalten.

Und gleichzeitig genau das, was diese Reise ausmacht.

Warum wir das tun

Wir tun das nicht, um unseren Kindern „die Welt zu zeigen“.
Nicht, um etwas abzuhaken.
Nicht, um zu beweisen, dass es geht.

Wir tun es, weil wir glauben,
dass Kinder nicht perfekte Umstände brauchen –
sondern verbundene Erwachsene.

Weil wir glauben,
dass Sicherheit nicht an vier Wände gebunden ist,
sondern an Beziehung.

Und weil wir spüren,
dass dieses Leben – mit weniger Besitz, mehr Präsenz, mehr Vertrauen –
dem entspricht, was wir unseren Kindern vorleben wollen.

Und SoMama mittendrin

SoMama ist aus derselben Haltung entstanden wie diese Reise.
Aus dem Wunsch nach Leichtigkeit.
Nach Intuition.
Nach einem Elternsein, das nicht aus Angst, sondern aus Verbindung entsteht.

Diese Reise ist kein Bruch mit dem, was ich tue –
sie ist eine Erweiterung davon.

Auch unterwegs bleiben wir Eltern.
Mit Fragen. Mit Unsicherheiten. Mit Wachstum.
Und genau davon möchte ich hier erzählen.

Ehrlich. Ungefiltert.
Nicht als Anleitung –
sondern als Einladung.

Das hier ist der Anfang.
Nicht nur einer Reise um die Welt.
Sondern einer bewussten Entscheidung für das Leben,
das sich für uns richtig anfühlt.