Kinder brauchen keinen perfekten Ort – sie brauchen Verbindung
Wenn man mit Kindern reist, bekommt man oft diese Frage gestellt:
„Ist das nicht schwierig für die Kinder?“
Neue Orte.
Andere Betten.
Keine gewohnte Umgebung.
Viele glauben, Kinder brauchen vor allem Stabilität im Außen.
Nach den letzten Wochen unserer Reise würde ich sagen:
Kinder brauchen etwas anderes.
Sie brauchen Verbindung.
Abb.1: Sonnenuntergang am Strand von Boracay
Orte verändern sich – Verbindung bleibt
Unsere Reise hat uns bisher an viele verschiedene Orte geführt.
Nachdem wir Vietnam bereist hatten, ging es weiter nach Manila.
Laut, intensiv, überwältigend.
Dann Boracay – eine Insel, die sich fast unwirklich angefühlt hat.
Türkisfarbenes Wasser, weißer Sand, ein Ort wie aus einem Bilderbuch.
Danach führte uns unsere Reise noch einmal zurück nach Thailand –
nach Chiang Mai im Norden des Landes.
Ein Ort, der uns besonders berührt hat.
Tempel zwischen alten Mauern und grünen Bergen.
Die warmen Lichter der Nachtmärkte.
Der Duft von Essen, Musik und Stimmen überall um uns herum.
Wir waren genau zur Zeit des chinesischen Neujahrs dort
und die ganze Stadt schien zu feiern.
Laternen, Menschen auf den Straßen, eine besondere Stimmung, die man schwer beschreiben kann
und die man eher fühlt als versteht.
Wir waren viel draußen in der Natur,
haben Elefanten gesehen
und hatten immer wieder das Gefühl,
dass dieser Ort etwas in uns bewegt.
Manche Orte besucht man nur.
Chiang Mai gehört zu denen, die bleiben.
Danach nochmal Bangkok.
Eine riesige Stadt, voller Bewegung und Gegensätze.
Dort war ich auch einige Tage alleine mit den Kindern unterwegs,
weil Christoph beruflich nach Dubai musste.
Eine Nacht verbrachte ich sogar mit Cari im Krankenhaus.
Und trotzdem war da immer ein Gefühl, das gleich geblieben ist.
Wir waren zusammen.
Abb. 2: Marie und Cari
Kinder spüren Verbindung mehr als Orte
Was mich auf dieser Reise immer wieder überrascht, ist,
wie schnell sich Kinder anpassen.
Neue Betten.
Neue Geräusche.
Neue Menschen.
Und trotzdem fühlen sie sich sicher.
Nicht, weil alles vertraut ist.
Sondern weil wir es sind.
Kinder brauchen nicht unbedingt dieselben vier Wände.
Sie brauchen Erwachsene,
die präsent sind.
Partnerschaft wird auf Reisen sichtbar
Wenn man reist, ist man sehr viel zusammen.
Eigentlich rund um die Uhr.
Es gibt weniger Rückzugsräume.
Weniger Ablenkung durch den Alltag.
Das bedeutet auch:
Alles wird sichtbarer.
Auch Konflikte.
Natürlich streiten Christoph und ich manchmal.
Das gehört zu jeder Beziehung.
Und ich glaube nicht,
dass Kinder davor immer geschützt werden müssen.
Kinder dürfen sehen,
dass Menschen unterschiedliche Meinungen haben.
Wichtiger ist etwas anderes:
Dass sie auch sehen, wie man sich wieder versöhnt.
Dass man miteinander spricht.
Sich wieder annähert.
Gemeinsam Lösungen findet.
So lernen Kinder etwas sehr Wertvolles über Beziehungen.
Ein starkes Team
Auf dieser Reise merke ich immer wieder,
wie wichtig eine stabile Partnerschaft ist.
Christoph und ich funktionieren als Team.
Manchmal übernimmt einer mehr,
manchmal der andere.
Manchmal braucht einer Raum,
während der andere trägt.
Und genau dieses Teamgefühl
gibt auch den Kindern Sicherheit.
Abb. 3: Christoph und ich in Chiang Mai
Verbindung ist das eigentliche Zuhause
Mittlerweile sind wir auf Koh Samui angekommen.
Wieder ein neuer Ort.
Wieder ein anderes Umfeld.
Und doch fühlt sich vieles vertraut an.
Nicht wegen des Ortes.
Sondern wegen der Menschen,
mit denen ich hier bin.
Diese Reise zeigt mir jeden Tag etwas sehr Klares:
Zuhause ist kein Ort.
Zuhause ist Verbindung.
Zwischen Eltern.
Zwischen Eltern und Kindern.
Und genau daraus entsteht die Sicherheit,
die Kinder wirklich brauchen.
Abb. 4: Im Elefantencamp in Chiang Mai- ein besonderes Erlebnis
Wohin es als Nächstes geht
Wo unsere Reise als Nächstes hinführt, wissen wir selbst noch nicht ganz genau.
Ursprünglich hatten wir geplant, nach Afrika und später nach Südamerika weiterzureisen. Doch gerade zeigt uns die Welt wieder einmal, wie schnell sich Dinge verändern können. Die politische Lage im Nahen Osten zwingt uns, unsere Route noch einmal zu überdenken – vor allem, weil wir vermeiden möchten, über diese Region zu fliegen.
Vielleicht bleiben wir noch in Asien.
Vielleicht auch ganz woanders hin.
Genau deshalb sind wir heute so dankbar, dass wir nicht alles im Voraus gebucht haben. Diese Flexibilität erlaubt uns, auf das Leben zu reagieren, statt es bis ins Detail zu planen.
Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Seiten dieser Reise:
dass wir noch nicht wissen, was als Nächstes kommt.
Aber wir sind bereit, es herauszufinden.
Abb. 5: Wir beim TukTuk fahren